Würde man die Häufigkeit und Länge, die man am Tag aufwendet, um an einen Menschen zu denken, als einen Faktor dafür nehmen, wie gern man diesen Menschen hat, und ob man ihn möglicherweise liebt, Naima wäre die unangefochtene Nummer eins. Mir ist das nie wirklich aufgefallen. Das letzte und das erste Mal, dass ich so häufig an jemanden denken musste, war, oh, in der 8. oder 9. Klasse? Da war es Yasmin, die mir irgendwann nicht mehr aus dem Kopf ging. Sie wurde, soweit ich mich erinnere, in unsere Klasse versetzt, war klein, mit tiefen, dunklen Augen, hatte ein Pferdegebiss und stand, wie ich, auf Anime und Manga. Damals keine Selbstverständlichkeit. Was ich aber an ihr besonderns schätzte, war ihre mentale Stärke und ihre Schlagfertigkeit. Sie war kein aufgesetztes und flaches Püppchen wie der Großteil der anderen Mädels in unserer Klasse. Sie verstand was vom Leben und wusste ebenso wie ich, dass man manchmal kämpfen musste, um seinen Kopf über dem Berg aus Scheisse zu halten, der sich unbarmherzig vor einem auftürmte. Ich mochte es, dass sie das zeigte. Ich habe ihr nie gesagt, dass ich sie liebe. Einerseits, weil ich nicht wusste, ob ich es wirklich tat. Andererseits aus Angst vor so ziemlich allem, was man sich damals hätte vorstellen können. Angst meine Freiheit aufzugeben, Bindungsangst, Verlustangst, Angst vor Trauer, die bald einsetzende Langeweile? Ein Cocktail aus allem? Wer weiß. Der einzigen Frau, der ich jemals die drei großen Worte "Ich liebe dich." gesagt habe, war Diane. Das war allerdings gelogen. Ich wollte lediglich mit ihr ins Bett, nachdem ich kurz davor das erste Mal Blut geleckt hatte (nicht wörtlich nehmen). Es folgte eine zweiwöchige Oddysee aus Drama und noch mehr Drama. Danach schwor ich, das Wort Liebe nie wieder in den Mund zu nehmen. Wer hätte mir schon erklären können, was Liebe ist? Ich hatte die Welt, die hinter diesem kleinen Wort steckte, bisher nie kennengelernt. Die Gefühle, die ich damals für Yasmin hatte, legte ich eher gleichgültig als kollegiale Freundschaft in meinem Kopf ab. Als es dann tatsächlich soweit war, als ich mit ihr in inniger Umarmung auf dem Schulhof stand, fühlte ich garnichts. Jeglicher Reiz für sie war aus meinem Körper gewichen und machte dem Terror Platz. Fünf Stunden später waren wir wieder/immernoch nur Freunde. Hier war der Punkt erreicht, meine Mauer zu errichten. Ich errichtete sie so hoch und fest, dass nie wieder eine Regung in meinem Herzen hätte stattfinden können. Ich machte mich selbst unnahbar.
Und dann war da Naima.
Ich weiß nicht mehr genau, ob ich sie schon bei unserer ersten Begenung auf dem Dortmunder Hauptbahnhof in mein Herz schloss, aber es dauerte nicht lange, da war sie aus meinem Kopf nicht mehr wegzudenken. Und ich kämpfte dagegen. In langen Nächten kämpfte ich dagegen an. Ich lag wach, damit ich bloß nicht von ihr träumte. Ich belog mich selbst. Fast anderthalb Jahre lang. Ich wollte es nicht. Ich hatte es mir doch geschworen. Nie mehr sollte sowas passieren. Wie hätte ich denn auch damit umgehen sollen? Aber meine Mauer bröckelte und irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und sagte ihr, dass ich sie wirklich sehr gerne hatte. Nicht liebte. Gerne hatte. Eine letzte, kleine Bastion vor dem vollkommenen Zusammenbruch. Ein schmaler sprachlicher Grat zwischen Lüge und absolutem Verlangen. Und da die Lüge viel größer und unbarmherziger war als das Verlangen, konzentrierte ich mich eben auf das Verträglichere von beidem. Was hätte ich auch anderes tun sollen? Ich verzehrte mich nach ihr, nach ihrem Wesen, nach ihren Gedanken, nach ihren Schwächen und Stärken, nach ihrem Körper, nach ihrem Geruch, nach ihrem Geschmack, nach ihrer Feuchtigkeit. Ich wollte sie besitzen, sie benutzen, um mir meine Angst und mein Alleinsein zu nehmen. Und es half. So hatte ich es immer erfolgreich gelöst aber von ihr kam ich auf einmal nicht mehr los, wollte mehr, sträubte mich, konnte nicht. Natürlich liebte ich sie, ich liebe sie immernoch. Aber versuch das mal einer Frau zu erklären, dass, wenn du ehrlich sein müsstest, deine eigene Unzulänglichkeit dich dazu bringen würde, fortan alles abzublocken, was auch nur im entferntesten mit Zweisamkeit zu tun hätte. Würde ich damit nicht unser kleines warmes Reich aufs Spiel setzen? Oder eher: Mein egoistisches kleines warmes Reich? Ich hatte längst damit abgeschlossen, herrgottnochmal. Und ich hab es allen gesagt. Allen erzählt, wie ich für sie empfinde. Ehrlich empfinde.
Außer ihr.
Mir fiel das nicht auf. Als sie es dann selbst schon wusste und nicht mehr aushielt, dass ich mich möglicherweise selber kaputtmachte, entfernte sie sich und ich wurde wütend. Da ich weiterhin der Lüge Rechnung trug, es wäre doch alles wunderbar und okay, verstand ich nicht, wieso sie mich so abstrafte. Ob es wirklich besser für mich war? Ich will es nicht wahrhaben. Wir hatten doch alles geklärt. Alles vorher abgesprochen, damit genau das nicht passiert. Meine Gedanken sprachen allerdings eine andere Sprache. Sie waren erfüllt von einer Eifersucht, wie ich sie noch nie erlebt hatte. "Was macht sie heute Abend?", "Mit wem trifft sie sich?", "Hat sie vielleicht einen anderen?" und "Warum ist sie nicht bei mir?". Ich erschrak vor mir selbst. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich zu solchen Gedanken überhaupt fähig war. Aber es half nichts. Ich konnte es ihr nicht sagen. Selbst, wenn es mich vollkommen zerriss, ich konnte es nicht. Die letzte Bastion hielt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung, dass doch noch alles gut werden würde. Letztendlich zwang sie mich einfach, mein Maul aufzumachen. Dafür, dass sie dickere Eier als ich in der Hose habe, bin ich ihr sehr dankbar.
Und ja, ich begehre sie immernoch. Sie ist nie weit weg. Ich habe aus der Zeit eine Menge mitgenommen und gelernt. Ich bereue nichts! Ich habe nie darum geweint und ich werde es auch nicht. Ich würde es jederzeit wieder tun. Die meisten Fragen kann ich mittlerweile klar beantworten. Meine Inkonsequenz ist viel deutlicher geworden als je zuvor und ich weiß darum und werde etwas daran ändern. Versprochen.
Hi Naima, schön dich kennenzulernen. Ich bin Phil.
Ich liebe dich. :D
//Phil
Und dann war da Naima.
Ich weiß nicht mehr genau, ob ich sie schon bei unserer ersten Begenung auf dem Dortmunder Hauptbahnhof in mein Herz schloss, aber es dauerte nicht lange, da war sie aus meinem Kopf nicht mehr wegzudenken. Und ich kämpfte dagegen. In langen Nächten kämpfte ich dagegen an. Ich lag wach, damit ich bloß nicht von ihr träumte. Ich belog mich selbst. Fast anderthalb Jahre lang. Ich wollte es nicht. Ich hatte es mir doch geschworen. Nie mehr sollte sowas passieren. Wie hätte ich denn auch damit umgehen sollen? Aber meine Mauer bröckelte und irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und sagte ihr, dass ich sie wirklich sehr gerne hatte. Nicht liebte. Gerne hatte. Eine letzte, kleine Bastion vor dem vollkommenen Zusammenbruch. Ein schmaler sprachlicher Grat zwischen Lüge und absolutem Verlangen. Und da die Lüge viel größer und unbarmherziger war als das Verlangen, konzentrierte ich mich eben auf das Verträglichere von beidem. Was hätte ich auch anderes tun sollen? Ich verzehrte mich nach ihr, nach ihrem Wesen, nach ihren Gedanken, nach ihren Schwächen und Stärken, nach ihrem Körper, nach ihrem Geruch, nach ihrem Geschmack, nach ihrer Feuchtigkeit. Ich wollte sie besitzen, sie benutzen, um mir meine Angst und mein Alleinsein zu nehmen. Und es half. So hatte ich es immer erfolgreich gelöst aber von ihr kam ich auf einmal nicht mehr los, wollte mehr, sträubte mich, konnte nicht. Natürlich liebte ich sie, ich liebe sie immernoch. Aber versuch das mal einer Frau zu erklären, dass, wenn du ehrlich sein müsstest, deine eigene Unzulänglichkeit dich dazu bringen würde, fortan alles abzublocken, was auch nur im entferntesten mit Zweisamkeit zu tun hätte. Würde ich damit nicht unser kleines warmes Reich aufs Spiel setzen? Oder eher: Mein egoistisches kleines warmes Reich? Ich hatte längst damit abgeschlossen, herrgottnochmal. Und ich hab es allen gesagt. Allen erzählt, wie ich für sie empfinde. Ehrlich empfinde.
Außer ihr.
Mir fiel das nicht auf. Als sie es dann selbst schon wusste und nicht mehr aushielt, dass ich mich möglicherweise selber kaputtmachte, entfernte sie sich und ich wurde wütend. Da ich weiterhin der Lüge Rechnung trug, es wäre doch alles wunderbar und okay, verstand ich nicht, wieso sie mich so abstrafte. Ob es wirklich besser für mich war? Ich will es nicht wahrhaben. Wir hatten doch alles geklärt. Alles vorher abgesprochen, damit genau das nicht passiert. Meine Gedanken sprachen allerdings eine andere Sprache. Sie waren erfüllt von einer Eifersucht, wie ich sie noch nie erlebt hatte. "Was macht sie heute Abend?", "Mit wem trifft sie sich?", "Hat sie vielleicht einen anderen?" und "Warum ist sie nicht bei mir?". Ich erschrak vor mir selbst. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich zu solchen Gedanken überhaupt fähig war. Aber es half nichts. Ich konnte es ihr nicht sagen. Selbst, wenn es mich vollkommen zerriss, ich konnte es nicht. Die letzte Bastion hielt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung, dass doch noch alles gut werden würde. Letztendlich zwang sie mich einfach, mein Maul aufzumachen. Dafür, dass sie dickere Eier als ich in der Hose habe, bin ich ihr sehr dankbar.
Und ja, ich begehre sie immernoch. Sie ist nie weit weg. Ich habe aus der Zeit eine Menge mitgenommen und gelernt. Ich bereue nichts! Ich habe nie darum geweint und ich werde es auch nicht. Ich würde es jederzeit wieder tun. Die meisten Fragen kann ich mittlerweile klar beantworten. Meine Inkonsequenz ist viel deutlicher geworden als je zuvor und ich weiß darum und werde etwas daran ändern. Versprochen.
Hi Naima, schön dich kennenzulernen. Ich bin Phil.
Ich liebe dich. :D
//Phil
Meine Güte. Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich der beste Autofahrer in Deutschland. Dabei kann ich nicht behaupten, ich hätte noch nie einen anderen Straßenverkehrsteilnehmer belästigt, aber im Großen und Ganzen halte ich mich für einen sehr, äh, christlichen Autofahrer, dem wenig daran gelegen ist, als Hindernis auf der Straße aufzufallen. Möglichst keinem auf den Sack gehen, ihr kennt mich ja.
Heute war einer der schlechtesten Tage, die man fürs Autofahren hätte opfern können. Und ich mag Autofahren wirklich gerne. Nun gut. Das erste Arschloch saß in einem roten, alten, klapprigen Citroen Saxo, der gepflegt übersah, dass rechts von ihm eine Straße gebaut war, aus der ich kam. Er bremste erst dann, als ich schon fast mit beiden Füßen auf der Bremse stand und mein Wagen noch einen kleinen Hopser nach vorne machte. Das Schlimmste war aber der Blick, den er mir zuwarf, als ich ihn griesgrämig vorbeiwinkte, da er dermaßen weit in die Kreuzung hineingefahren war, dass ich nicht einmal mehr vorbeikam. Er war frei von Schuld und versuchte so böse auszusehen, als ob ich ihm die Vorfahrt genommen hätte. Junge! Rechts vor links! Rechts VOR links! Was ist an dieser einfachen Rechnung so schwer zu verstehen? Ich hätte ihm einfach in seine verrotzte Scheissmühle reinfahren sollen. Bah! Wichser! Ich hoffe es ist ihm während der Weiterfahrt aufgefallen, dass nicht er Recht gehabt hätte, sondern ich. Ich glaube weiterhin an das Gute im Menschen.
Das zweite Arschloch brachte mich dermaßen zur Weißglut, dass ich die, aus den Boxen wummernden Noisia komplett vergaß, und in seltsame Folterphantasien versank, die darauf hinausliefen, dass ich die fette und zerzauste Führerin des 3.2 Liter Nissan Pajero mitsamt ihres verkackten Schäferhundes entführe, sie im Keller ankette und ihr täglich für zwei Wochen in den Hals scheisse, bis sie lernt, wie man den Blinker korrekt benutzt. Schlimm genug, wenn Leute nicht blinken (ICH HASSE ES!), aber die schoss den Vogel mit einer Flak vom Himmel. Hier das Szenario: Ausfahrt zur Autobahn am Hafenzubringer, ich brav hinter ihr. Ich setze den Blinker, sie nicht. Ich rieche bereits 100 Meter vor der Ausfahrt, dass sie ebenfalls runter möchte und auf meiner Stirn erscheint eine kleine, pumpende Ader. Sie setzt den Blinker erst auf dem Verzögerungsstreifen. Gut, denke ich, will sie halt die erste raus, hab ich sie wenigstens für die Kurve und die Autobahnauffahrt nicht mehr vor mir und werde sie auf der A45 schon vergessen haben. Falsch! Sie löscht den Blinker NACH der ersten Ausfahrt und fährt weiter geradeaus. Wie? Was? Sind blinkende gelbe Lichter nur noch für Disconächte interessant oder wollte sie mir ernsthaft damit ihre vollkommen unlogischen Richtungsänderungen unter Beweis stellen? Ich falle völlig vom Glauben ab, denn sie lässt den Blinker natürlich aus, während sie zusammen mit mir die zweite Abfahrt nimmt. Wozu auch den Blinker nochmal anmachen? Er war ja schon einmal an. Alle sollten bescheid wissen, dass ich meinen Führerschein unter dem Fahrersitz gefunden habe. Sie nimmt die Ausfahrt nun so bedächtig, dass sie zwischen Straße und Standstreifen nicht mehr unterscheiden kann und ernsthaft die gesamte Kurve auf dem Standstreifen fährt, der unter ihrer Last nur ein wimmerndes "Oh Gott, nehmt sie weg, ich will sie nicht." von sich gibt. Die lange Auffahrt begnügt sie sich mit 70. Auch die folgende Autobahn lang macht sie keinerlei Anstalten der Sache Rechnung zu tragen, dass wir uns auf einer Tempo 100-Straße befinden. Als es der Verkehr erlaubt, ziehe ich links raus und lasse sie mit einem langgezogenen Hupen hinter mir. Mein Glaube an das Gute im Menschen sitzt auf der Rückbank und lächelt mir zu.
Arschloch Nummer drei zieht in dem Moment auf der A44 vor mir links raus, als ich mit ca. 170 auf der mittleren Spur, bergab, den Fuß fühlbar weit vor dem Kühler auf dem Gaspedal versenkt, ihn knapp 50 Meter vor mir habe. Warum? Weiß ich nicht. Den LKW, den er scheinbar überholen wollte, befindet sich knapp einen halben Kilometer weiter vorne. Dazwischen? Nichts. Absolut garnichts. Mein Glaube an das Gute im Menschen verabschiedet sich mit einem Kichern und lässt mich mit einem roten "Wir sind die Besten, wenns ums Badezimmer geht."-Sprinter direkt vor meiner Nase alleine, während meine Bremsen mir ein böses Röhren entgegnen. Links ziehen die Firmenpassats und Mercedes SLK vorbei.
Viele der Verkehrsregeln oder -bedingungen erschließen sich allein aus den Begrifflichkeiten der Straße selbst. Warum ein Großteil der Verkehrsteilnehmer darauf keine Rücksicht nimmt, weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, dass ich in meinem Leben zuviel falsch gemacht habe, um mit Mitfahrern gesegnet zu werden, die das Autofahren ähnlich verstehen wie ich.
Hier also einige Faustregeln, die ihr beachten solltet, möchtet ihr nicht von einem irren aber trotzdem sicheren Autofahrer in einem schwarzen Civic entweder im Keller angekettet oder gleich übern Haufen gefahren zu werden:
- Es wird erst auf dem Verzögerungsstreifen verzögert. Dafür ist das Ding da. Deswegen heißt das so. Ich hab keinen Bock auf dem Verzögerungsstreifen wieder beschleunigen zu müssen. Dafür gibts was anderes.
- Der Beschleunigungsstreifen ist zum Beschleunigen. Er ermöglicht ein Einfädeln in den Verkehr mit etwa gleicher/angepasster Geschwindigkeit wie die sich auf der Autobahn befindlichen Fahrzeuge. Nicht mit 50.
- BLINKT! HERRGOTTNOCHMAL! Dieser Hebel linker Hand am Lenkrad angebracht, der bei optimaler Fahrweise KEINEN ZENTIMETER von euren Fingern entfernt sein sollte, der mit nicht vorhandener Kraftanstrengung zu betätigen ist, zeigt anderen Verkehrseilnehmern, dass ihr eure Richtung oder dir Spur ändert. Dieser sollte bei jeder Richtungsänderung betätigt werden. UND AUCH NUR DANN! FUCK! SCHEISSE! VERDAMMT! FICKEN! AAAAAAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUURGH!
- Telefonieren könnt ihr überall da, wo kein Lenkrad direkt vor euch an einem Amaturenbrett festgemacht ist.
- Ja, ich fahre durchaus schnell aber ich hab nunmal keinen Porsche und wenn ihr schnell hinter mir wegkommen wollt, fahrt nicht bis in meinen Kofferraum. Da werd ich stinkig. Das verzögert die ganze Sache nur noch mehr. Hihi.
//Phil
Heute war einer der schlechtesten Tage, die man fürs Autofahren hätte opfern können. Und ich mag Autofahren wirklich gerne. Nun gut. Das erste Arschloch saß in einem roten, alten, klapprigen Citroen Saxo, der gepflegt übersah, dass rechts von ihm eine Straße gebaut war, aus der ich kam. Er bremste erst dann, als ich schon fast mit beiden Füßen auf der Bremse stand und mein Wagen noch einen kleinen Hopser nach vorne machte. Das Schlimmste war aber der Blick, den er mir zuwarf, als ich ihn griesgrämig vorbeiwinkte, da er dermaßen weit in die Kreuzung hineingefahren war, dass ich nicht einmal mehr vorbeikam. Er war frei von Schuld und versuchte so böse auszusehen, als ob ich ihm die Vorfahrt genommen hätte. Junge! Rechts vor links! Rechts VOR links! Was ist an dieser einfachen Rechnung so schwer zu verstehen? Ich hätte ihm einfach in seine verrotzte Scheissmühle reinfahren sollen. Bah! Wichser! Ich hoffe es ist ihm während der Weiterfahrt aufgefallen, dass nicht er Recht gehabt hätte, sondern ich. Ich glaube weiterhin an das Gute im Menschen.
Das zweite Arschloch brachte mich dermaßen zur Weißglut, dass ich die, aus den Boxen wummernden Noisia komplett vergaß, und in seltsame Folterphantasien versank, die darauf hinausliefen, dass ich die fette und zerzauste Führerin des 3.2 Liter Nissan Pajero mitsamt ihres verkackten Schäferhundes entführe, sie im Keller ankette und ihr täglich für zwei Wochen in den Hals scheisse, bis sie lernt, wie man den Blinker korrekt benutzt. Schlimm genug, wenn Leute nicht blinken (ICH HASSE ES!), aber die schoss den Vogel mit einer Flak vom Himmel. Hier das Szenario: Ausfahrt zur Autobahn am Hafenzubringer, ich brav hinter ihr. Ich setze den Blinker, sie nicht. Ich rieche bereits 100 Meter vor der Ausfahrt, dass sie ebenfalls runter möchte und auf meiner Stirn erscheint eine kleine, pumpende Ader. Sie setzt den Blinker erst auf dem Verzögerungsstreifen. Gut, denke ich, will sie halt die erste raus, hab ich sie wenigstens für die Kurve und die Autobahnauffahrt nicht mehr vor mir und werde sie auf der A45 schon vergessen haben. Falsch! Sie löscht den Blinker NACH der ersten Ausfahrt und fährt weiter geradeaus. Wie? Was? Sind blinkende gelbe Lichter nur noch für Disconächte interessant oder wollte sie mir ernsthaft damit ihre vollkommen unlogischen Richtungsänderungen unter Beweis stellen? Ich falle völlig vom Glauben ab, denn sie lässt den Blinker natürlich aus, während sie zusammen mit mir die zweite Abfahrt nimmt. Wozu auch den Blinker nochmal anmachen? Er war ja schon einmal an. Alle sollten bescheid wissen, dass ich meinen Führerschein unter dem Fahrersitz gefunden habe. Sie nimmt die Ausfahrt nun so bedächtig, dass sie zwischen Straße und Standstreifen nicht mehr unterscheiden kann und ernsthaft die gesamte Kurve auf dem Standstreifen fährt, der unter ihrer Last nur ein wimmerndes "Oh Gott, nehmt sie weg, ich will sie nicht." von sich gibt. Die lange Auffahrt begnügt sie sich mit 70. Auch die folgende Autobahn lang macht sie keinerlei Anstalten der Sache Rechnung zu tragen, dass wir uns auf einer Tempo 100-Straße befinden. Als es der Verkehr erlaubt, ziehe ich links raus und lasse sie mit einem langgezogenen Hupen hinter mir. Mein Glaube an das Gute im Menschen sitzt auf der Rückbank und lächelt mir zu.
Arschloch Nummer drei zieht in dem Moment auf der A44 vor mir links raus, als ich mit ca. 170 auf der mittleren Spur, bergab, den Fuß fühlbar weit vor dem Kühler auf dem Gaspedal versenkt, ihn knapp 50 Meter vor mir habe. Warum? Weiß ich nicht. Den LKW, den er scheinbar überholen wollte, befindet sich knapp einen halben Kilometer weiter vorne. Dazwischen? Nichts. Absolut garnichts. Mein Glaube an das Gute im Menschen verabschiedet sich mit einem Kichern und lässt mich mit einem roten "Wir sind die Besten, wenns ums Badezimmer geht."-Sprinter direkt vor meiner Nase alleine, während meine Bremsen mir ein böses Röhren entgegnen. Links ziehen die Firmenpassats und Mercedes SLK vorbei.
Viele der Verkehrsregeln oder -bedingungen erschließen sich allein aus den Begrifflichkeiten der Straße selbst. Warum ein Großteil der Verkehrsteilnehmer darauf keine Rücksicht nimmt, weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, dass ich in meinem Leben zuviel falsch gemacht habe, um mit Mitfahrern gesegnet zu werden, die das Autofahren ähnlich verstehen wie ich.
Hier also einige Faustregeln, die ihr beachten solltet, möchtet ihr nicht von einem irren aber trotzdem sicheren Autofahrer in einem schwarzen Civic entweder im Keller angekettet oder gleich übern Haufen gefahren zu werden:
- Es wird erst auf dem Verzögerungsstreifen verzögert. Dafür ist das Ding da. Deswegen heißt das so. Ich hab keinen Bock auf dem Verzögerungsstreifen wieder beschleunigen zu müssen. Dafür gibts was anderes.
- Der Beschleunigungsstreifen ist zum Beschleunigen. Er ermöglicht ein Einfädeln in den Verkehr mit etwa gleicher/angepasster Geschwindigkeit wie die sich auf der Autobahn befindlichen Fahrzeuge. Nicht mit 50.
- BLINKT! HERRGOTTNOCHMAL! Dieser Hebel linker Hand am Lenkrad angebracht, der bei optimaler Fahrweise KEINEN ZENTIMETER von euren Fingern entfernt sein sollte, der mit nicht vorhandener Kraftanstrengung zu betätigen ist, zeigt anderen Verkehrseilnehmern, dass ihr eure Richtung oder dir Spur ändert. Dieser sollte bei jeder Richtungsänderung betätigt werden. UND AUCH NUR DANN! FUCK! SCHEISSE! VERDAMMT! FICKEN! AAAAAAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUURGH!
- Telefonieren könnt ihr überall da, wo kein Lenkrad direkt vor euch an einem Amaturenbrett festgemacht ist.
- Ja, ich fahre durchaus schnell aber ich hab nunmal keinen Porsche und wenn ihr schnell hinter mir wegkommen wollt, fahrt nicht bis in meinen Kofferraum. Da werd ich stinkig. Das verzögert die ganze Sache nur noch mehr. Hihi.
//Phil
Mann. Mann. Mann. Da liest man hier mal einen Eintrag aus 2005 über sich selbst und es wird einem klar, dass Twitter echt kompletter Schwachsinn ist, weil sich Erinnerungen in gestückelten 140 Zeichen mehr schlecht als recht halten. Neil Patrick Harris' erster Twitter-Eintrag spricht da Bände. Der Mann ist einfach so geil, ich möchte ihn heiraten und viele Kinder mit ihm zeugen.
Es geht also um Erinnerungen, und da ich bekanntlich ein Sieb anstelle eines Gehirns in meinem Schädel stecken habe - fragt mich bitte nicht, wie das da reinkommt, ich glaube da sind noch ganz andere Sachen drin, die da ganz bestimmt nicht hingehören - ist so ein Journal natürlich eine super feine Stütze. Ausserdem mach ich das nicht für euch. Ob ihr den Scheiss hier lest, ist allein eure Sache, mich interessiert das kaum bis garnicht und ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken.
Nein, quatsch. Ich mag euch doch alle immer noch sehr sehr gern, es sei denn ich hab nicht geschlafen, was zum Glück nicht mehr ganz so häufig vorkommt wie noch vor ein paar Jahren. Und das beste an der ganzen Sache: Ihr könnt es alles nachlesen. Das ist hier nicht nur leeres Gelaber. Das hat Substanz! Waaaaahnsinn.
In den letzten Monaten ist ausserdem eine Menge Zeug passiert, anders als die sporadischen Einträge hier vermuten ließen. Das lag zum einen an Naima, in die ich immernoch ziemlich derbe verknallt bin, ich aber nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte und so kryptisch hätte schreiben müssen, dass selbst ich es wahrscheinlich irgendwann nicht mehr verstanden hätte. Aber: Zeit heilt alle Wunden, wie es so schön heißt, und ich werd mal zusehen, dass ich das irgendwie auf die Reihe kriege. Zum anderen hängt mir die Geschichte mit Robert ebenfalls schon lange im Hinterkopf und so wirklich losreissen kann ich mich davon nicht, obwohl es mir zwischendurch scheissegal war. Auch das spielte durchaus eine Rolle und auch hier gibt es einiges an Nachholbedarf.
Fotos, Spiele, Musik, Träume, Alkohol und Philosophie kommen dazu. Was ich in Twitter mal eben so gleichgültig gepostet habe, lässt Spielraum, der ausgeschöpft werden möchte. Mehr ist eben doch manchmal... mehr. Und ja, ich merke tatsächlich, wie mir das Schreiben fehlt. Ich werde mir einfach mal mehr Zeit lassen für das, was mir nicht nur früher schon eine Menge gegeben hat, sondern auch jetzt, beim Lesen dieser alten Einträge, mir mich selbst wieder verdeutlicht.
Es hat sich nicht viel verändert. Es wird sich nicht viel ändern. Das Paradies hier werde ich mir aufrechterhalten.
//Phil
Es geht also um Erinnerungen, und da ich bekanntlich ein Sieb anstelle eines Gehirns in meinem Schädel stecken habe - fragt mich bitte nicht, wie das da reinkommt, ich glaube da sind noch ganz andere Sachen drin, die da ganz bestimmt nicht hingehören - ist so ein Journal natürlich eine super feine Stütze. Ausserdem mach ich das nicht für euch. Ob ihr den Scheiss hier lest, ist allein eure Sache, mich interessiert das kaum bis garnicht und ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken.
Nein, quatsch. Ich mag euch doch alle immer noch sehr sehr gern, es sei denn ich hab nicht geschlafen, was zum Glück nicht mehr ganz so häufig vorkommt wie noch vor ein paar Jahren. Und das beste an der ganzen Sache: Ihr könnt es alles nachlesen. Das ist hier nicht nur leeres Gelaber. Das hat Substanz! Waaaaahnsinn.
In den letzten Monaten ist ausserdem eine Menge Zeug passiert, anders als die sporadischen Einträge hier vermuten ließen. Das lag zum einen an Naima, in die ich immernoch ziemlich derbe verknallt bin, ich aber nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte und so kryptisch hätte schreiben müssen, dass selbst ich es wahrscheinlich irgendwann nicht mehr verstanden hätte. Aber: Zeit heilt alle Wunden, wie es so schön heißt, und ich werd mal zusehen, dass ich das irgendwie auf die Reihe kriege. Zum anderen hängt mir die Geschichte mit Robert ebenfalls schon lange im Hinterkopf und so wirklich losreissen kann ich mich davon nicht, obwohl es mir zwischendurch scheissegal war. Auch das spielte durchaus eine Rolle und auch hier gibt es einiges an Nachholbedarf.
Fotos, Spiele, Musik, Träume, Alkohol und Philosophie kommen dazu. Was ich in Twitter mal eben so gleichgültig gepostet habe, lässt Spielraum, der ausgeschöpft werden möchte. Mehr ist eben doch manchmal... mehr. Und ja, ich merke tatsächlich, wie mir das Schreiben fehlt. Ich werde mir einfach mal mehr Zeit lassen für das, was mir nicht nur früher schon eine Menge gegeben hat, sondern auch jetzt, beim Lesen dieser alten Einträge, mir mich selbst wieder verdeutlicht.
Es hat sich nicht viel verändert. Es wird sich nicht viel ändern. Das Paradies hier werde ich mir aufrechterhalten.
//Phil
Es kommt vor, dass man Dinge vergisst, klar. Einige will man vergessen, an anderen hängt man wie ein verdammter Paintballfleck in der guten Jeans. Normalerweise knipse ich Filme generell leer, sodass ich den Film in der Kamera nicht vergesse, wenn ich mal lange nicht fotografiere. Als ich aber letzte Woche auf meine Kamera schaute, waren da noch offene Fotos. Das ist der Moment, wo man aufgeregt wird, weil man nicht weiß, was drauf ist, ob's gut oder schlecht geworden ist. Naja, wahrscheinlich generell schlecht, aber Janko sagt "Wenn nur zwei Bilder einer 36er-Rolle gut sind, hast du schon was dabei gewonnen". Passt also.
Als ich den Deckel der Kamera geöffnet hatte, lächelte mir ein schwarz-weiß Film entgegen und ich wurde noch aufgeregter. Gott, ich liebe schwarz-weiß. Ich werde auf jeden Fall ab jetzt mehr davon machen, auch weil Dortmund echt scheissen grau und farblos ist und ein Farbfilm hier absolut keine Daseinsberechtigung hat.
Und ja, es sind tatsächlich ein paar gute Sachen dabei rausgekommen. Nichts, was Preise gewinnt, weil technisch unprofessionell aber ich mag diese Unvollkommenheit sehr sehr gerne. Es gibt eben nicht DAS perfekte Foto und wenns so halbwegs okay ist, hab ich schon viel dabei gelernt.
Ausser, dass ich an einiges dann doch nicht erinnert werden wollte.
http://www.flickr.com/photos/23791203@N 06/
//Phil
Als ich den Deckel der Kamera geöffnet hatte, lächelte mir ein schwarz-weiß Film entgegen und ich wurde noch aufgeregter. Gott, ich liebe schwarz-weiß. Ich werde auf jeden Fall ab jetzt mehr davon machen, auch weil Dortmund echt scheissen grau und farblos ist und ein Farbfilm hier absolut keine Daseinsberechtigung hat.
Und ja, es sind tatsächlich ein paar gute Sachen dabei rausgekommen. Nichts, was Preise gewinnt, weil technisch unprofessionell aber ich mag diese Unvollkommenheit sehr sehr gerne. Es gibt eben nicht DAS perfekte Foto und wenns so halbwegs okay ist, hab ich schon viel dabei gelernt.
Ausser, dass ich an einiges dann doch nicht erinnert werden wollte.
http://www.flickr.com/photos/23791203@N
//Phil
Even though I haven't seen you in years, yours is a funeral I'd fly to from anywhere.
Eine Zeile aus Why? - These Few Presidents. Wohlmöglich die großartigste Zeile Text in einem Song, die ich je gehört habe.
//Phil
Eine Zeile aus Why? - These Few Presidents. Wohlmöglich die großartigste Zeile Text in einem Song, die ich je gehört habe.
//Phil
Wenn es wahr ist, dass eine psychiatrische Anstalt wie ein trubelnder Zirkus ist, den man tief begraben hat, um vor ihm sicher zu sein, dann hütet euch vor dem Mann mit dem Spaten. (Facundo)

Leute fragen mich oft, warum ich so viele Originalspiele, so viele Originalfilme und original Musikalben habe, wenn ich doch alles ebenso komfortabel für nix aus dem Netz haben kann. Ich suche dann die Hülle von Untrue aus dem Regal.

Und öffne sie.

Hey, Mann. Kein Thema.
//Phil
Man muss "die Lektion des Platzregens" verstehen.
Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird,
rennt die Straße hinunter, um nicht naß und durchtränkt zu werden.
Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen naß
zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut
durchnäßt werden. Diese Lektion gilt für alles.
//Tsunetomo Yamamoto - Hagakure
Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird,
rennt die Straße hinunter, um nicht naß und durchtränkt zu werden.
Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen naß
zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut
durchnäßt werden. Diese Lektion gilt für alles.
//Tsunetomo Yamamoto - Hagakure

Hench. Bedeutet im Londoner Slang soviel wie "groß", "stark" oder "muskulös". Im weiteren Sinne könnte man sich darunter so Fitnessstudio-Kampfpumperkanten vorstellen, denen nichts wichtiger ist als ihr eigener Oberarmumpfang in Zentimetern, und die sich so viele Steroide in den Hintern spritzen, als hätten sie die Ampullen im chinesischen Versandhandel im Sonderangebot ergattert. Ich bewundere diese Typen, die sich Tag für Tag durch Tonnen an Gewichten quälen und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Äussersten und kaum mehr Möglichen pushen. Mit solchen Kerlen befreundet zu sein, hätte sichtbare Vorteile. Vermutlich laufen aber schon bald die meisten Gesprächsthemen darauf hinaus, wieviele Eier man täglich zu sich nehmen sollte und wieviel Gramm Haferflocken zum Frühstück noch gesund sind. Deswegen überlegt man sich das vielleicht lieber vorher.
Hench. Nicht umsonst trägt das in Bristol ansässige Dubstep/Grime-Label diesen Namen, denn die Releases könnte man ebenfalls so beschreiben: Muskelbepackt und komplett auf Steroiden. Allen voran das Bristol/London Duo Chasing Shadows, dessen 12" mit Dr. Sin und The End auch ich hier stehen habe. Aus gutem Grund schon jetzt die mit wehenden Fahnen gefeierten Helden des Dubstep/Grime. Sie erfinden ihn zwar nicht neu, treiben ihn aber in eine Richtung, die mir persönlich sehr sehr gut gefällt. Die Devise scheint ganz plump gesagt "weniger Dubstep, mehr Grime" zu sein. Beachtlich ist, mit welcher Ruhe und Bedachtheit Chasing Shadows ihre Tracks aufbauen und vor allem wie scheinbar unendlich langsam sie dabei vorgehen. Es ist ein sehr einfaches, fast nüchternes Taktieren, wie als ob man Holzklötze aufeinanderstapelt und dabei lediglich darauf achten muss, dass alle Seitenflächen parallel zueinander stehen. Dieses tun Chasing Shadows aber mit so einer Präzision, als ob ihr Holzklötzchenturm irgendwelchen ABEC-Werten von wenigen Zehntelmillimetern gerecht werden müsste, denn so ein Turm kippt auch nach fünf Metern nicht. Es ist eine absolute Freude sowas hören zu können.
Man könnte ihnen sowas wie Trägheit unterstellen, wäre da nicht diese freche Souveränität, mit der sie diese Trägheit durchziehen. Viele Artists im Dubstep/Grime versuchen einen mit allerhand Scheisse in ihren Tracks dermaßen zu überrollen, dass diese Trägheit einem garnicht erst auffällt. Sie versuchen zu kaschieren, merken aber nicht, wie sie hörbar genau das Gegenteil erreichen. Sie verlassen den Kontext und reissen den Track aus dem Zusammenhang. Nicht so Chasing Shadows, die ihre ausufernde Langsamkeit ganz offensichtlich in den Vordergrund stellen, damit ihre Masse (und damit wären wir zurück bei den Steroiden) voll zur Geltung kommt. Die vermeintliche Trägheit wird somit zum Klebstoff und der Turm aus Holzklötzen erreicht mit Leichtigkeit die doppelte Höhe. Mit jedem Schritt, so filigran er auch sein mag, wird die Struktur bulliger, stärker, grollender, ausschweifender, einladender. Man sieht das Erdbeben herannahen, bedächtig, gleichbleibend, aber man ist längst mittendrin.
Deswegen müssen Chasing Shadows auch nicht schneller werden. Es gibt sowieso kein Entkommen.
http://www.myspace.com/chasingshadowsex
Platte kaufen --> http://www.boomkat.com/search.cfm?q=cha
//Phil